Chronik zum 90-jährigen Jubiläum des Radsportvereins Solidarität Pullach e. V.

Der Radsportverein Solidarität Pullach ging 1923 mit dem ursprünglichen Namen „Arbeiter-, Rad-Bund, Solidarität, Ortsgruppe Pullach“ als Ableger aus der bereits bestehenden Solidarität Baierbrunn hervor. Die Vereinsgründung fiel in eine Epoche, in der die Nachwirkungen des ersten Weltkriegs deutlich zu spüren waren. Während der ersten drei Jahrzehnte kümmerte sich der Verein hauptsächlich um Geselligkeit und menschlichen Zusammenhalt, wobei auch die Familien mit einbezogen wurden. Häufige gemeinsame Treffen am Abend oder an den Wochenenden, Ausflüge, Bergtouren und Radwanderungen prägten damals das Erscheinungsbild.

1925 wurde Gründungsmitglied Michael Goldbrunner zum 1. Vorstand gewählt. Michael Kneidel löste ihn 1928 ab. Von 1932 bis 1948 kam das Vereinsleben aus politischen Gründen zum Stillstand. Ab 1948 bekleidete Kneidel erneut dieses Amt bis 1954 mit einer kurzen Unterbrechung 1951, als Hans Bader einsprang. Anschließend leitete Richard Soldner 25 Jahre lang mit großem Geschick den Verein.


Anfang der 50er Jahre nahm der Verein den Straßenradsport und das Einradfahren in sein Programm auf. 1953 wurde der Radsportverein Solidarität Pullach Bezirksmeister des Rad- und Kraftfahrerbunds Solidarität in der Hauptklasse, in Jugend B und in Jugend A. Als Höhepunkt stellte er 1957 im Vierer-Einradreigen in Würzburg den Deutschen Vizemeister der Solidarität.

1971 begann die Intensivierung des Radrennsports mit einem beachtlichen 5.Platz bei der Deutschen Soli-Straßenmeisterschaft.

Drei Jahre später kamen die Sparten Tischtennis und Radball hinzu, die von Beginn an bis heute von Jürgen Soldner (Tischtennis) und Maximilian Zöpfl (Radball) geleitet werden.

1979 übernahm der damalige Radrennsportleiter Franz Wehner den 1. Vorsitz.

In den Jahren 1978 und 1979 wurden die Oberbayerischen Querfeldein-Meisterschaften der Solidarität in Pullach ausgetragen, wobei der hiesige RSV durch Franz Wehner 1978 einen hervorragenden zweiten Platz erreichte.

Ab den 80er Jahren verlagerten sich die sportlichen Aktivitäten mehr auf das Kunstradfahren und den Radballsport. Mehrere Titel wurden in dieser Epoche errungen. Den wohl größten Erfolg verbuchten die Radballer 1990 durch einen Sieg beim stark besetzten internationalen Turnier in Pilsen in der ehemaligen Tschechoslowakei. Damals setzte die Einreise noch ein selten gewährtes Visum voraus. 1989, 1992 und 1995 wurde das Radballduo Oberbayerischer Meister. Zwischen 2007 und 2011 zählte die erste Garnitur zu den stärksten Mannschaften in der Bayernliga und erkämpfte sich einmal sogar das Startrecht für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Heute haben sich die Isartaler mit zwei Teams erfolgreich in der Landesliga etabliert.

Seit den 80er Jahren begann mit dem tatkräftigen Einsatz des langjährigen Sportleiters Günter Soldner ein beachtlicher Aufschwung bei den Kunstradfahrern.

1989 übernahm Gerhard Hanny die Vorstandschaft. Mit ihm und der Unterstützung der Gemeinde wurde erreicht, dass seit Sommer 1997 in der Sporthalle des Katholischen Familienwerks (heute die Tagesheimschulen an der B 11) den Kunstradfahrern wesentlich bessere Trainingsmöglichkeiten geboten werden und die Radballer nach mehrjähriger Abstinenz wieder ihre Punktspiele in eigener Halle austragen können.

Neben dem Radball wurde durch das Kunstradfahren ein weiterer Schwerpunkt gesetzt.

Im Einer- und Zweier-Kunstrad erreichte man mehrmals den oberbayerischen Meistertitel und konnte sich auch für die Bayerischen Meisterschaften qualifizieren. Nachdem 1999 im Zweier-Kunstrad die bayerische Meisterschaft und der Bundespokal gewonnen wurde, kletterte der Verein in dieser Disziplin in der Weltrangliste auf den 9. Rang. Zusätzlich qualifizierte man sich im gleichen Jahr für die Deutsche Meisterschaft, bei der wie beim Deutschlandcup ein achtbarer 11. Platz belegt wurde. In diversen Wettbewerben auf Bezirks- und Landesebene errangen und erringen die Pullacher Sportlerinnen und Sportler bis heute regelmässig Podiumsplätze. Mehrmals stellten sie beim Nachwuchswettbewerb die Sieger in ihrer Altersgruppe. 2006 wurden sie bei den Juniorinnen im Einer-Kunstrad Oberbayerische Meister. Seit 2011 haben sie sich regelmäßig für die Bayerische Meisterschaft qualifiziert und ansehnliche Plätze errungen. Zahlreiche Kunstrad-Förderlehrgänge im Verein und im Verband sowie laufend verbesserte Trainingseinheiten führten zu einem erheblichen Anstieg der Leistungen.

Seit 2009 nimmt Klaus Detzer das Amt des 1. Vorstands wahr.

Momentan hat der RSV Solidarität Pullach gut 80 Mitglieder, davon etwa 30 aktive Kunstradsportler zwischen 6 und 18 Jahren. Im Radball wird gerade eine Schülermannschaft aufgebaut. Traditionell steht die Jugendarbeit im Vordergrund.

Auch heute ist trotz der sportlichen Erfolge die Geselligkeit ein wichtiger Bestandteil im Verein, der die Sportler mit den Eltern sowie die Mitglieder und Freunde des Kunstradsportes im Rahmen von Ausflügen und Festlichkeiten verbindet.


Stand: 30.Juni 2013